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Der fünfte Newsletter der Kampagne „Unter 18 nie! Keine Minderjährigen in der Bundeswehr“! informiert.

  1. Zwischenstand unseres Kampagnenmonats
  2. Tag der minderjährigen Bundeswehrsoldat*innen am 13. Juni + neues Kampagnenvideo erschienen
  3. Postkarte gegen Weitergabe der Meldedaten an die Bundeswehr


Viel Spaß beim Lesen!
Mit freundlichen Grüßen

Sarah Gräber, Campaignerin

+++ 5# Newsletter vom 13.06.2020 +++
 
1. Zwischenstand unseres Kampagnenmonats
Wow! Vielen, vielen Dank an alle, die sich bisher schon an unserem Kampagnenmonat beteiligt haben! Damit habt ihr unsere Erwartungen wirklich übertroffen.

Wir haben schon zahlreiche Fotos und Statements von euch erhalten und die, die wir bisher auf Instagram, Twitter und Facebook gepostet haben, wurden fleißig gelikt und geteilt. Wir können außerdem viele neue Follower, Newsletter-Abonnenten und Unterschriften für unsere Petition an Annegret Kramp-Karrenbauer verzeichnen. All das sind wichtige Schritte auf dem Weg zu einem Rekrutierungsverbot von Minderjährigen!

Du warst bis jetzt noch nicht dabei? Dann schicke uns auch ein Foto von dir und ein paar Zeilen, weshalb du unsere Kampagne unterstützt und weshalb du das Thema wichtig findest. Denn mit jedem neuen Beitrag haben wir die Chance, jemanden zu erreichen, der noch nie etwas von der Problematik gehört hat. Das gilt natürlich besonders für Info-Stände in den Innenstädten. Deshalb freuen wir uns über Bestellungen unseres Info-Pakets unter
 


2. Tag der minderjährigen Bundeswehrsoldat*innen am 13. Juni
und neues Kampagnenvideo

Trotz Coronakrise wirbt die deutsche Armee weiterhin um junge Rekrutinnen und Rekruten. Dabei steht die Werbepraxis seit Jahren in der Kritik, denn die Bundeswehr wendet sich mit ihrer Werbung gezielt an Kinder und Jugendliche.

Wir haben den 13. Juni 2020 zum „Tag der minderjährigen Bundeswehrsoldat*innen“ erklärt und haben aus diesem Anlass ein Video veröffentlicht. Unser neues Video, in dem die Absurdität des Werbens um Minderjähriger durch die Armee verdeutlicht wird, kannst Du dir mit folgendem Link anschauen:
 


3. Postkarte gegen Weitergabe der Meldedaten an die Bundeswehr
Von einigen von euch haben wir in den letzten Wochen unerwünschte und sogar personalisierte Bundeswehrwerbung weitergeleitet bekommen, die sich gezielt an Minderjährige richtet.

Viele waren verwundert, woher die Bundeswehr ihre Daten hat und verärgert über die Weitergabe ihrer Meldedaten. Damit das künftig ein Ende hat, haben wir eine Postkarte entwickelt, mit der du der Weitergabe deiner Daten an die Bundeswehr widersprechen kannst. Du findest sie hier:
 

https://www.friedenskooperative.de/shop/aktionspostkarte-unter18nie


PS:
Unterstütze die Kampagnenarbeit mit einer Spende

Unser Kampagnenmonat läuft und wir bedanken uns schon einmal recht herzlich für die ein oder andere Spende die uns bereits erreicht hat. Über weitere Spenden für unsere Weiterarbeit freuen wir uns! Bitte überweise Deine Spende auf folgendes Konto:

Förderverein Frieden e.V. – Sonderkonto für die Kampagne „Unter 18 nie!“
DE08 | 4306 | 0967 | 4041 | 8604 | 03
Stichwort: Unter18nie
 

[https://www.friedenskooperative.de/spende-unter18nie]
Ganz herzlichen Dank!

Hinweis: Der Förderverein Frieden e.V. stellt am Anfang des Folgejahres eine steuerabzugsfähige Spendenbescheinigung aus.

IMI-Analyse 2020/24

von: Nina Rupprecht

Ende letzten Jahres erschien auf dem Youtube-Kanal „Bundeswehr Exclusive“ die mittlerweile achte Serie der Bundeswehr. Hierbei besinnt sich der Kanal, nach den eher kriegerisch angelegten Serien „Mali“, „KSK“ und „Survivial“ sowie Kurzserien für ein eher kleines Zielpublikum, wieder auf seine Anfänge („Die Rekruten“). Rund 7 Mio. Euro[1] hat die Bundeswehr in „Die Rekrutinnen“ investiert, um nun insbesondere den weiblichen Teil der Bevölkerung anzusprechen. Schon in den vergangen Staffeln wurden Frauen als Akteurinnen gezeigt (abgesehen von „KSK“ und „Die Springer“), doch schien das als Werbemaßnahme nicht zu genügen. „Die Rekrutinnen“ soll „Vorurteile abbauen und junge Frauen ermuntern, zu uns zu kommen.“, wie Christina Routsi, Sprecherin des Verteidigungsministeriums, erklärte.[2] Wie undurchdacht diese Idee war, zeigt nicht nur der unkreative Titel, sondern auch die Serie selbst. …



Eigentlich sollte heute, am 13. Juni, der sogenannte „Tag der Bundeswehr“ stattfinden. Der wurde aber wegen Corona abgesagt und nun gibt es in Freiburg den TAG OHNE BUNDESWEHR. Um diesen antimilitaristischen Erfolg gebührend zu begehen, hat das Aktionsbündnis BADEN OHNE BUNDESWEHR (BoB) verhunzte Bundeswehrplakate in ganz Freiburg in offizielle Werbekästen gehängt. Die Sprecherin von BoB, Magda I. fasst das so zusammen: „Eine Welt ohne Militär ist eine bessere Welt und diese Erkenntnis hängt jetzt überall in der Stadt.“

Schutzmasken statt Maschinengewehr

Das offenbart die Corona-Krise: Während die Militärausgaben immer weiter steigen, wurde das Gesundheitssystem in den letzten Jahren kaputtgespart.
So mangelte es gerade zu Beginn der Krise etwa an Laborkapazitäten oder Schutzmasken. FFP-2 STATT G-36 ist ein aktuelles Motto, denn für die teure Tötungs-Technik der Bundeswehr werden jährlichilliarden ausgegeben, die jetzt im Gesundheitssystem fehlen.
Auch die medizinische Infrastruktur ist gerade in ländlichen Gebieten ausgedünnt, weshalb das Bündnis KRANKENHÄUSER STATT KASERNEN fordert. „Es kann nicht sein, dass unsere Gesellschaft das Töten wichtiger nimmt als das Heilen“, argumentiert Magda und verweist auf das entsprechende Poster vor dem Universitätsklinikum Freiburg.

Heilen statt ‚Heil‘

„Noch dazu leistet sich Deutschland eine regelrechte Parallelgesellschaft,
wie die nicht abreißen wollende Serie von Nazi-‚Skandalen‘ in der Truppe
belegt.“ So freuen sich einige Kameraden in ihren Chatgruppen auf den
sogenannten Tag X, um endlich mal „jemanden wegzumachen :-)“ (1). Gemeint sind damit alle, die dem Faschismus im Weg stehen. Solche Leute dürfe man nicht an Waffen lassen und schon gar nicht von der demokratischen Öffentlichkeit abschirmen, wie es etwa beim KSK im nahen Calw passiere (2). Mit dem Slogan HEILEN STATT ‚HEIL‘ weist das Bündnis auf diese tief verwurzelten rechten Netzwerke in der Bundeswehr hin.

Militärs an die Fritteusen

„Natürlich sind die Nazis nicht weg, nur weil wir die Bundeswehr
abschaffen“, gesteht Magda ein. Allerdings weise BoB mit dem Spruch MAYO STATT MAJOR auf zukünftige Verwendungen der Militärs hin. Wer für die Hitze in Mali trainiert habe, könne das bisschen Frittierfett in einem
Imbiss sicher ertragen, resümiert Magda mit gefälligem Blick. Entsprechend
hat BoB das Plakat in einer Vitrine nahe diversen Restaurants am
Stadtgarten platziert. Eine ähnliche Perspektive entwickelt der Spruch
MARSHMALLOW STATT MARSCHALL. „Wenn wir Teile der Gesellschaft mit
Argumenten erreichen, können wir auch platten Quatsch. Vielleicht finden
unsere Forderungen auf diese Art Gehör.“, so die BoB Sprecherin.

Die Bundeswehr ist nur der Anfang

Vor der Polizeiwache in der Innenstadt ist ein Poster mit dem Spruch
MILITANZ STATT MILITÄRS zu sehen. Damit greift BoB die aktuelle Debatte zu rassistischer Polizeigewalt in den USA auf. Die Sprecherin Magda:„Nachdem wir die Bundeswehr dann abgeschafft haben werden, müssen wir uns anderen autoritären staatlichen Strukturen widmen, etwa bei der Polizei oder den Geheimdiensten.“ In den USA sehe man aktuell, wie die aktuelle gesellschaftliche Stimmung für emanzipatorische Politik genutzt würde. (3)
„Die diskutieren dort gerade ernsthaft, ob sie die Polizei abschaffen. So
was brauchen wir hier auch.“

Ausgedient

Das Motto der Aktion lautet „Ausgedient“. BoB wolle damit vor allem nach
vorn Blicken. Das könne man aber schließlich nur lebendig, anstatt auf
einem Schlachtfeld mausetot geschossen zu vergammeln. „Merke: Der Blick
nach vorn bei der Bundeswehr ist in der letzten Konsequenz ein sehr kurzer, und zwar in den Lauf eines Maschinengewehrs hinein. Ganz einfach: KOMM ZU UNS, GEH STERBEN.“, zitiert Magda ein weiteres verhunztes Bundeswehrplakat in der Innenstadt.

Merci!

Abschließend dankt BoB aus Freiburg den Wegbereiter*innen der Gruppe
„self-made buster*s“. Dank deren Erläuterungen und Entwürfen konnten die Plakate in Freiburg sehr schnell und effizient gebastelt werden. Wer
selbst Interesse an der Aktionsform und noch vielen weiteren Sprüchen ohne die Bundeswehr habe, findet unter folgendem Link eine praxisnahe Anleitung (4).


(1) https://taz.de/taz-Recherche-zu-rechtsextremen-Preppern/!5688563/

(2)
https://www.badische-zeitung.de/nachrichten/deutschland/ksk-offizier-schildert-rechten-extremismus

(3)
https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/stadtrat-von-minneapolis-will-polizei-aufloesen-16806519.html

(4) https://de.indymedia.org/node/87378

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