Kampagne „Schulfrei für die Bundeswehr“
Aufklärung über die Militarisierung der Gesellschaft
Die Bundeswehr versucht zunehmend größeren Einfluss auf das Bildungswesen zu nehmen, um die Sicherheits- (Kriegs-)politik der Bundesrepublik Deutschland darzulegen. Mittlerweile haben acht Bundesländer Kooperationsvereinbarungen mit der Bundeswehr unterzeichnet, die der Bundeswehr bzw. den Jugendoffizieren Vorrang in den Bildungseinrichtungen einräumen. In Baden-Württemberg wurde diese Vereinbarung am 4.Dezember 2009 mit dem Kultusministerium getroffen. Die Arbeit von Jugendoffizieren in Schulen soll dabei verbessert werden. Insbesondere in die Ausbildung der ReferendarInnen und die LehrerInnenfortbildung sollen Jugendoffiziere stärker eingebunden, so genannte Bildungsangebote der Bundeswehr in Medien der Kultusministerien veröffentlicht werden.
Die Kampagne „Schulfrei für die Bundeswehr“ will über die Militarisierung der Gesellschaft am Beispiel Schule in Baden-Württemberg aufklären. Dazu stellen wir sowohl Hintergrundmaterial zur Verfügung, unterstützen aber gleichzeitig mit weiteren Materialien SchülerInnen, LehrerInnen, ReferendarInnen, Eltern und Friedensgruppen, die sich gegen den Einsatz von Jugendoffizieren an ihrer Schule wehren wollen.
Wir treten weiter dafür ein, die Kooperationsvereinbarung in Baden-Württemberg zurückzunehmen, auf dem Weg zur einer bundeswehrfreien Schule, um langfristig Militärs aus allen Bildungseinrichtungen zu verdrängen. Schülerinnen und Schüler sollen nicht für das Töten von Menschen angeworben werden, sondern zum Frieden erzogen werden. Wir bieten ReferentInnen an, die zu diesem Zwecke für Veranstaltungen „gebucht“ werden können.
Im Schuljahr 2010/2011 haben wir bereits einige Erfolge erzielt: über abgeordnetenwatch, Briefe und viele direkte Gespräche konnten wir klare Aussagen von SPD und Grünen zur Kündigung der Kooperationsvereinbarung erreichen. Damit ist Baden-Württemberg das einzige Land mit Kooperationsvereinbarung mit klaren Aussagen zur Rücknahme. Begleitet wurde diese Lobbyarbeit durch vielfältige Aufklärungsarbeit, u.a. mehrere Dutzend lokale Veranstaltungen und die Fachtagung am 22.5. in Karlsruhe sowie vielfältige Aktionen an Schulen und bei der Bildungsmesse didacta.
Für das Schuljahr 2011/12 verstärken wir unser Engagement. Es gibt vielfältige Möglichkeiten, gegen die Einflussname der Bundeswehr in den Bildungseinrichtungen des Landes aktiv zu werden.
Machen auch Sie mit.
Die Kampagne „Schulfrei für die Bundeswehr“ setzt sich aus landesweiten und bundesweiten antimilitaristischen, pazifistischen und gewerkschaftlichen Organisationen zusammen, derzeit sind dies: DFG-VK Baden-Württemberg, Informationsstelle Militarisierung, Ohne Rüstung Leben, Pax Christi Baden-Württemberg, Werkstatt für Gewaltfreie Aktion Baden, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Baden-Württemberg, Ökumenisches Netz Baden-Württemberg, Offenes Treffen gegen Militarismus und Krieg Stuttgart, Pax an - Werkstatt für Pazifismus, Friedenspädagogik und
Völkerverständigung e.V., Die AnStifter, Deutsches Mennonitisches Friedenskomitee und die Pressehütte Mutlangen.
Außerdem engagieren sich darin verschiedene Einzelpersonen.
Die Kampagne wird
unterstützt von:
DGB Nordwürttemberg
terre des hommes Deutschland e.V. Arbeitsgruppe Stuttgart
terre des hommes Ulm
UstA PH Freiburg
UstA PH Schwäbisch Gmünd
ver.di
Landesverband Baden-Württemberg